Happy-New-Year 

Willkommen in 2020


Im Jahr 2020 beginnt ein neues Jahrzehnt – oder doch nicht? Das neue Jahrzehnt beginnt nämlich eigentlich erst am 01. Januar 2021! Das liegt daran, dass unser Kalender, der gregorianische Kalender, einen kleinen Haken hat. Die Zeit vom 01.01. vor Christus bis zum 01.01. nach Christus wird als nur 1 Jahr gerechnet, obwohl es eigentlich zeitlich gesehen 2 volle Jahre sind. Wenn das Jahr „Null“ fehlt und Christus am 01.01.0001 geboren ist, dann hört das erste Jahrzehnt am 31.12.0011 erst auf. Nichtsdestotrotz haben jetzt die 20er Jahre begonnen und die Jahreszahl symbolisiert einen Beginn für die nächsten 10 Jahre. Da stellt sich uns die Frage, was für kuriose Veränderungen im neuen Jahr auf uns zukommen.

Ein Jahr voller kurioser – und einiger sinnvoller – Änderungen

Ab dem 01. Januar gilt beispielsweise eine Ausdruckspflicht für Kassenbons. Dadurch soll Steuerbetrug erschwert werden. Von der Änderung betroffen sind alle elektronischen Kassensysteme. Der Kassierer ist dann dazu verpflichtet, den Kassenbon auszudrucken. Dabei werden sämtliche Belege schon automatisch elektronisch gesichert. Auch ist egal, ob der Kunde ihn mitnehmen möchte oder nicht. Die Folgen sind erhöhte Kosten für das spezielle Papier und die Entsorgung. Das Problem an Kassenzetteln ist nämlich, dass sie auf speziellem Thermopapier gedruckt sind. Ob ein Ausdrucken bei bereits digitaler Sicherung wirklich Sinn macht, ist fraglich.

Digitalisierung in der Gesundheitsbranche

Mit dem neuen Jahr greift auch das „Digitale-Versorgung-Gesetz“. Patienten können sich in Zukunft Gesundheits-Apps von ihrem Arzt verschreiben lassen. Außerdem soll es begleitende multimediale Angebote wie etwa Videosprechstunden geben. Bei den Gesundheits-Apps sind Historien für Diabetiker, Blutdruckmessungs-Anwendungen genauso vertreten wie unterstützende physiotherapeutische Maßnahmen. Wie lange es dann im Endeffekt dauert, bis die Theorie in die Praxis umgesetzt ist, werden wir sehen.

Verheizt und verstaubt

Gerade in den Wintermonaten ist der Kaminofen als Heizalternative beliebt. Bis Ende 2020 müssen alle Kaminöfen aus den Baujahren 1984 bis 1995 ausgetauscht oder modernisiert werden. Grund dafür ist die hohe Feinstaubbelastung durch die Nutzung der alten Öfen. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es in Deutschland insgesamt rund elf Millionen Kaminöfen. Schaut man sich in diesem Kontext den Sachverhalt an, dass an Silvester so viel Feinstaub in die Luft gepustet wird, wie Holzöfen in 3 Monaten produzieren, könnte dies den ein oder anderen unter uns stutzig werden lassen.

Nutri-Score für die Lebensmittelbranche

Auch beim Lebensmitteleinkauf gibt es im kommenden Jahr einige Änderungen. Lebensmittelhersteller können im Laufe des Jahres ihre Produkte freiwillig mit dem Nährwert-Logo Nutri-Score kennzeichnen. Der Nutri-Score signalisiert auf einer fünfstufigen Skala, wie das Produkt ernährungsphysiologisch einzuordnen ist. Diese freiwillige Regelung geht der Verbraucherzentrale NRW aber nicht weit genug. Sie drängt auf ein einheitliches, europaweites Kennzeichensystem, das für alle Hersteller Pflicht sein soll. Wie ausgereift das System ist, wird sich wahrscheinlich erst in der Praxis zeigen. Genauso wie bei Mogel-Größen, wo man mehr „Luft“ kauft als das eigentliche Produkt, könnte man vermuten, dass es beim Nutri-Score auch die Möglichkeit gibt, ungesunde Lebensmittel gesünder aussehen zu lassen, als sie eigentlich sind.

Erhöhte Bußgelder im Straßenverkehr

Teuer kann es im neuen Jahr allerdings auch werden. Die Bußgelder im Straßenverkehr werden erhöht. Falschparker und Autofahrer, die keine Rettungsgasse bilden, werden ab dem kommenden Jahr härter bestraft. Wer Rettungskräfte beispielsweise nach einem Unfall auf der Autobahn nicht durchlässt, muss dann 320 statt bisher 200 Euro bezahlen. Falschparker auf dem Geh- oder Radweg werden mit 100 Euro zur Kasse gebeten. Das sind 65 bis 85 Euro mehr wie bisher. Den gesamten Bußgeldkatalog in tabellarischer Form gibt es auf bussgeldkatalog.org. Eine sinnvolle Änderung, die eventuell jedoch gerade beim Thema Rettungsgasse stärker kontrolliert werden sollte.

Zusammengefasst kann man sagen, dass die 20er Jahre mit einer Vielzahl an Neuerungen beginnen. Wichtig zu wissen ist übrigens auch, dass es in diesem Jahr wieder einen 29. Februar gibt, es sich also um ein Schaltjahr handelt.

Und wie sollten Unternehmen in das neue Jahr starten?

Unternehmen sollten vor allen Dingen wach und aufmerksam sein. Sie müssen offen sein für neue Trends und den digitalen Wandel und sich selbst immer wieder in Frage stellen. Stillstand kann in der heutigen Zeit existenzbedrohend für ein Unternehmen sein.

Im kommenden Jahrzehnt werden sich die Geschwindigkeit der Digitalisierung und das Ausmaß der Veränderungen noch einmal enorm beschleunigen. Das exponentielle Wachstum der Digitalisierung wird die (Arbeits-)Welt, wie wir sie kennen, bestimmt noch einige Male auf den Kopf stellen. Für Unternehmen bedeutet das: Sie müssen sich in der berühmt berüchtigten „Beidhändigkeit“ üben. Auf der einen Seite gilt es, das rentable Geschäft der Gegenwart zu sichern sowie mitzunehmen und auf der anderen Seite ist es essentiell, die neue Welt und ihre Chancen für das eigene Unternehmen zu erschließen. Digitalisierungskosmetik hilft da nicht mehr, sondern nur noch echter Wandel.