Immer mehr Unternehmen wählen den Weg in die Cloud. Das Servicemodell Infrastructure-as-a-Services, kurz IaaS, ist ein wesentlicher Bestandteil einer solchen IT-Strategie. Mehr zu den Vor- und Nachteilen von IaaS erfahren Sie in diesem Beitrag.

Was ist Infrastructure-as-a-Service?

Bei dem Cloud-Servicemodell Infrastructure-as-a-Service wird die Rechenzentrums-Infrastruktur durch einen Cloud-Provider bereitgestellt. Der Zugriff auf die Ressourcen ist über private und öffentliche Netzwerke gewährleistet. Dadurch, dass sich Ressourcen flexibel an den jeweiligen Bedarf anpassen lassen, sind Lastspitzen schnell skalierbar. Die Verfügbarkeiten und Entstör-Zeiten der Infrastruktur sind über Service-Level-Agreements (SLAs) zwischen Auftraggeber und Dienstleister geregelt.

Wie sich IaaS von anderen Service-Modellen unterscheidet

Neben Infrastructure-as-a-Service gibt es noch die Modelle Plattform-as-a-Service und Software-as-a-Service. Plattform-as-a-Service bezeichnet einen Cloud-Service, bei dem der Anbieter eine Entwicklungsumgebung und Tools für die Entwicklung von neuen Anwendungen bereitstellt. Im Software-as-a-Service-Modell kann der Nutzer des Service vom Dienstleister bereitgestellte und betriebene Software verwenden. Die drei Service-Modelle decken somit verschiedene Bereiche ab. Gemeinsam bilden sie den sogenannten Cloud-Stack, da die Modelle aufeinander aufbauen und sich somit gegenseitig ergänzen.

7 grundlegende Vorteile von IaaS

1. Nutzungsbezogene Abrechnung

Sie profitieren im IaaS-Modell von dem Vorteil, dass die Abrechnung in der Regel verbrauchsbezogen erfolgt. Generell sind keine Investitionen für die Anschaffung von Hardware nötig. Wird die Infrastruktur weniger genutzt, sinken folglich auch die Kosten. Durch die Skalierbarkeit der Kosten wird das Infrastructure-as-a-Service Modell auch häufig von Start-Ups oder dynamisch wachsenden Unternehmen genutzt.

2. Hohe Flexibilität durch Anpassungsmöglichkeiten

Bei saisonalen Schwankungen im Betrieb besteht mit Infrastructure-as-a-Service die Möglichkeit, die Ressourcen über das Jahr hinweg immer wieder an die aktuellen Bedürfnisse anzupassen. Im Falle von unerwarteten Abweichungen lassen sich auch kurzfristig beispielsweise Ressourcenengpässe ausgleichen. Die hohe Flexibilität ist dabei ein entscheidender Vorteil gegenüber eigener Hardware. Diese müsste im Fall von Abweichungen zusätzlich angeschafft werden. Eine Abrüstung bei starkem Ressourcen-Überschuss ist On-Premises zwar ebenfalls möglich, reduziert jedoch nicht die abzuschreibenden Anfangs-Investitionen. Häufig werden daher vor Ort deutlich mehr Ressourcen vorgehalten, als tatsächlich benötigt werden.

3. Wartungsaufwände entfallen

Da Betrieb, Wartung und Optimierung der Infrastruktur vom Cloud-Provider geleistet werden, stehen stets moderne und sichere Technologien zur Verfügung. Für Ihr Unternehmen entfallen dadurch ein Großteil der Wartungsaufwände, die Sie bei eigener Hardware leisten müssten. Lediglich die Einrichtung, Anpassung der Weiterentwicklung der Software liegt in Ihrem Zuständigkeitsbereich, wenn Sie diese nicht in einem Software-as-a-Service-Modell beziehen.

4. Festgelegte Verantwortlichkeiten

Durch die mit dem Dienstleister geschlossenen Verträge sind die Verantwortlichkeiten von beiden Seiten festgelegt. Der Cloud-Provider verpflichtet sich zudem durch ein Service-Level-Agreement, dass die gestellte Infrastruktur eine gewisse Erreichbarkeit im Jahr hat. Bei Störungen oder Problemen muss der Dienstleister ebenfalls sicherstellen, dass das System innerhalb einer gewissen Zeit wieder funktionsfähig ist.

5. Rundum-Sorglos-Paket

Bei Beauftragung eines IT-Dienstleisters zur Bereitstellung von Infrastructure-as-a-Service, wird ein Großteil der Aufgaben, die mit einer Basis-IT-Infrastruktur verbunden sind, abgegeben. Stromversorgung der Hardware, Kühlung der Server und das Kapazitätsmanagement fallen für Ihre IT-Abteilung in einem solchen Szenario weg. Aber auch die Sicherung und Entstörung bei Hardwaredefekten sowie das Updaten und Patchen der Firmware übernimmt der Dienstleister.

6. Eigene IT-Infrastruktur nicht ausgeschlossen

Im Rahmen eines Infrastructure-as-a-Service-Modells können Sie auch hybride Szenarien nutzen und weiterhin einen Teil Ihrer IT bei sich vor Ort betreiben. Sie entscheiden letztlich, welche IT-Services sind in einen IaaS übergeben und wo diese betrieben werden sollen.

7. Einfache Verknüpfung verschiedener Standorte

Bei einer Infrastruktur vor Ort ist die Bereitstellung der Daten für einen weiteren Standort mit einem erhöhten Koordinationsaufwand verbunden. Durch ein Infrastructure-as-a-Service Modell wird eine Koordination verschiedener Standorte vereinfacht. Der Zugang zu den Daten durch beispielsweise einen VPN-Zugang ist egal an welchem Standort gewährleistet. Genauso einfach kann dadurch auch ein weiterer Standort in das Service-Modell integriert werden. Dies erlaubt eine Zentralisierung und somit Standardisierung der IT-Strategie.

Worauf Sie bei der Auswahl eines Service-Providers achten sollten

Bevor man einen Dienstleister beauftragt, IaaS für das eigene Unternehmen umzusetzen, gilt es, einige wichtige Aspekte zu beachten. Zunächst machen Sie sich, bei Beauftragung eines Dienstleisters, von diesem abgängig. Der Service-Provider trägt je nach Grad der Service-Erbringung einen Großteil der Verantwortung der Verfügbarkeit und Sicherheit des genutzten Dienstes. Stellen Sie sich daher die Frage, ob ihr ausgewählter Provider vertrauenswürdig ist!

Auch ein möglicher Wechsel des Anbieters kann kompliziert sein. Vergewissern Sie sich, dass ein Wechsel möglichst einfach von statten gehen kann und dies vertraglich geregelt ist.

Je nach Rechenzentren-Standorten des Providers, müssen Sie ebenfalls eventuelle Datenschutzproblematiken ausschließen. Besonders, wenn die Server nicht den deutschen Datenschutzrichtlinien unterliegen, kann das bei vertraulichen Daten zu Herausforderungen führen.

Sie sehen also, dass eine IaaS-Lösung viele Vorteile mit sich bringt, es auf dem Weg dahin aber auch einige Dinge zu beachten gibt.

Was Sie beachten müssen, wenn Sie IaaS für Ihr Unternehmen in Betracht ziehen

Die Umstellung von einer lokalen Rechenzentrums-Infrastruktur zu einer IaaS-Infrastruktur ist eine große Entscheidung. Die Ansprüche Ihres Unternehmens müssen mit den Möglichkeiten des Cloud-Providers abgeglichen werden und eine gemeinsame Strategie gefunden werden. Dabei ist unter anderem entscheidend, wie der Ist-Zustand Ihrer IT aussieht. Ein Service Provider kann Sie dabei unterstützen, Ihre IT dahingehend vorzubereiten, dass ein Wechsel zur Infrastruktur des Dienstleisters problemlos möglich ist. Entscheidend ist, dass Sie bereits zu Beginn klar definieren, was Ihre Anforderungen an ein Infrastructure-as-a-Service-Modell sind.

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