Seit März 2020 hält uns die Corona-Krise in Deutschland fest im Griff. Das Home-Office hat in diesem Zeitraum eine ganz neue Bedeutung für deutsche Unternehmen erlangt. Die Entscheidung für das Arbeiten in den eigenen vier Wänden wurde in den meisten Unternehmen aufgrund der Krise sehr schnell getroffen.

Home-Office: Definition & Statistiken

Das Infektionsrisiko konnte so schnell eingedämmt werden. Gleichermaßen wurde die Arbeitsfähigkeit sichergestellt. Eine wirkliche Planungsphase gab es wiederum in den meisten Fällen nicht. Gerade für Unternehmen, die zuvor keine Home-Office-Arbeitsplätze stellten, birgt diese fehlende Planung einige Risiken.

Das Home-Office bietet Mitarbeitenden im beruflichen Kontext die Möglichkeit, ihre Arbeit nicht im Unternehmen, sondern von zu Hause aus zu verrichten. Im Gegensatz zum mobilen Arbeiten geht es also nicht um die Arbeit von einem x-beliebigen Ort aus. Vielmehr hat die Heimarbeit einen klaren Ortsbezug: Die eigenen vier Wände.

Bei der Frage an Unternehmen, ob Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen die Möglichkeit geboten wird, ganz oder teilweise aus dem Home-Office zu arbeiten, zeichnet sich ein klarer Trend hin zum Arbeiten von zu Hause ab. Eine Langzeitstudie von Statista aus dem Jahr 2019 zeigt, dass 2014 noch 22 Prozent der befragten Unternehmen angaben, die Option für Arbeiten aus dem Home-Office zu bieten. Im Jahr 2018 stieg diese Zahl bereits auf 39 Prozent an.

Voraussetzungen für Home-Office

Neben der Motivation der Mitarbeitenden, aus dem Home-Office zu arbeiten, ist die technische Umsetzung ein wichtiger Faktor zur Realisierung.

Sie möchten mehr über die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt erfahren? Dann laden Sie jetzt das ahd Whitepaper „Modernes digitales Arbeiten“ herunter.

New call-to-action

Technisches Equipment

Home-Office wird erst durch bestimmte, technische Voraussetzungen möglich. Dabei ist die erste wichtige Frage, ob der Arbeitgeber das Equipment stellt. Eine mögliche Lösung ist auch das Modell „Bring your own device“ (BYOD). Das bedeutet, dass der Mitarbeitende die private Ausstattung nutzt.

Arbeitsplatzausstattung

Zu einem Arbeitsplatz gehört nicht nur das passende Endgerät. Ebenso gehört dazu beispielsweise der Schreibtisch, der Stuhl, die Tastatur, die Maus und vieles mehr. Im Rahmen ihres betrieblichen Gesundheitsmanagements müssen Unternehmen sich die Frage stellen, ob und wie sie die Rahmenbedingungen für einen ganzheitlich eingerichteten Arbeitsplatz schaffen. Durch diesen können die Arbeitsbedingungen optimiert und beispielsweise ergonomischer Fehlhaltung vorgebeugt werden.

Anbindung ans Internet

Eine weitere Grundvoraussetzung für das Arbeiten von zu Hause ist ein Internetzugang. Im Jahr 2019 verfügten rund 95 Prozent aller Haushalte in Deutschland über einen solchen. Allerdings gibt es, je nach Region, Unterschiede in der Qualität der Anbindung.

IT-Sicherheit im Home-Office

Cloud-Lösungen bieten wichtige Werkzeuge für die Heimarbeit. Sie stärken Kommunikation und Kollaboration der Mitarbeitenden. So bleibt die Arbeitsfähigkeit auch ohne persönlichen Kontakt sichergestellt. Dabei darf jedoch nie das Thema IT-Sicherheit aus den Fokus geraten. Compliance-Richtlinien, E-Mail-Security und Backup-Lösungen sind für das Home-Office essentiell. Die Sicherheit der Unternehmensdaten muss jederzeit gewährleistet werden.

Zitat zum Thema Homeoffice

Vorteile der Arbeit aus dem Home-Office

Besonders Mitarbeitende selbst sprechen sich für die Möglichkeit des Home-Office aus. 64 Prozent der Befragten einer Statista-Studie aus dem Januar 2019 gaben an, dass sie einen gesetzlichen Anspruch auf Home-Office begrüßen würden. Ein solcher Wunsch scheint nun mit dem Gesetzesentwurf, den Bundesarbeitsminister Hubertus Heil im Herbst 2020 auf den Weg bringen möchte, immer realistischer. Dabei stützt er sich unter anderem auf Ergebnisse einer Studie der Krankenkasse DAK. Diese hebt unter anderem hervor, dass 56 Prozent der Home-Office-Tätigen sich dort produktiver als im Büro fühlen. Zwei Drittel gaben an, Beruf und Familie besser vereinen zu können. Das Home-Office birgt somit einige Mehrwerte.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Durch die Arbeit im Home-Office wird besonders für Berufstätige mit Kindern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert. Berufstätige erlangen eine größere Flexibilität, die eigene Zeit bedarfsgerecht einzuteilen und zu nutzen.

Arbeitsproduktivität im Home-Office

Die Studie der DAK zeigt zudem, dass rund 82 Prozent der befragten Erwerbstätigen in Deutschland glauben, Arbeitsaufgaben im Home-Office ebenso gut erledigen zu können, wie am normalen Arbeitsplatz. Wie eingangs bereits erwähnt, gaben 56 Prozent der Befragten an, dass sie im Home-Office produktiver arbeiten können.

Umweltschutz

Durch Wegfallen der Hin- und Rückfahrt zum Unternehmen wird die Umweltbelastung minimiert. Während des Corona-Lockdowns wurden in Deutschland bis zu 26 Prozent weniger Kohlenstoffdioxid im Vergleich zum Vorkrisenniveau ermittelt.

Weniger Stress am Arbeitsplatz

Laut einer Umfrage von YouGov haben rund 27 Prozent der befragten Deutschen in Zeiten von Corona mit weniger Stress zu kämpfen als vor dem Ausbruch. Dies ist auch auf die Arbeitsumstände zurückzuführen.

Statistik zur Arbeit im Homeoffice

Nachteile der Arbeit aus dem Home-Office

Fehlende Home-Office-Spielregeln und Orientierungshilfen können zu Unsicherheit und Blockaden auf Seiten der Mitarbeitenden führen. Digital affine Arbeitnehmer nutzen die fehlenden Leitplanken vielleicht dafür, das Potential zur Verfügung gestellter, digitaler Anwendungen gänzlich auszuschöpfen. Jedoch nicht zwangsläufig im Sinne des Unternehmens. Ebenso steigt das Risiko, dass vermehrt digitale Lösungen ohne Wissen des Unternehmens oder der IT-Abteilung genutzt werden. Diese sogenannte Schatten-IT stellt eine Gefahr für die IT-Sicherheit und Datenschutzkonformität der betroffenen Unternehmen dar.

Nicht zuletzt birgt die Intransparenz des Heimarbeitsplatzes einige Herausforderungen. Für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen. So kämpfen Berufstätige beispielsweise mit dem Vorurteil, im Home-Office weniger zu arbeiten und Home-Office-Zeit als Freizeit zu missbrauchen. Dies führt im Gegenteil dazu, dass viele Mitarbeitende von zu Hause aus deutlich mehr arbeiten als im Unternehmen vor Ort.

3 wesentliche Gründe für Home-Office mit Plan

Egal, ob Sie schon vor Corona oder im Kontext der Pandemie Home-Office eingeführt haben: Sie benötigen einen Plan. Dieser muss nicht bis ins kleinste Detail spezifiziert werden. Der Plan kann auch zunächst in einer groben Zielsetzung und grundlegenden Spielregeln bestehen. Aus folgenden 3 Gründen ist dies so wichtig:

Nachhaltige Motivation für die unternehmenseigene Digitalisierung schaffen

Ihr Ziel sollte sein, die Akzeptanz für die unternehmenseigene Digitalisierung auch im Anschluss an die Krisenzeiten hoch zu halten.

Lerneffekte ermöglichen und realisieren

Es bedarf einer entsprechenden Fehler- und Feedbackkultur, um anhaltende Lern- und Verbesserungseffekte zu erzielen. Geben Sie Ihren Mitarbeitenden die Chance, Ihre Erfahrungswerte mit Blick auf die Heimarbeit zu teilen. Schaffen Sie Plattformen für Best Practices und Ideen zur Optimierung der Arbeitsweisen in den eigenen vier Wänden. Bieten Sie auch den Raum für das Lernen aus Fehlern.

Arbeitgebermarke nach innen und außen stärken

Der Anspruch bei einer Entscheidung für die Bereitstellung von Home-Office-Arbeitsplätzen muss nicht sein, alles direkt richtig oder perfekt zu machen. Unternehmen dürfen ebenso dazu lernen wie die Mitarbeitenden auch. Wichtig ist eine ehrliche, transparente und kontinuierliche Kommunikation. Feiern Sie Teilerfolge. Feiern Sie auch Fehler. Und ganz wichtig: Reden Sie drüber!

Vorderseite Whitepaper Modernes digitales Arbeiten

KOSTENLOSES WHITEPAPER

Willkommen in der neuen Dimension der Arbeit.

Wir bieten Ihnen einen Überblick der Entwicklung unserer Arbeitswelten und geben Ihnen Ideen zum Arbeiten 4.0 an die Hand.

New call-to-action