Der Trend zur Cloud hält an: Bereits 76 Prozent aller deutschen Unternehmen nutzen entsprechende Services. Allerdings verfügen viele IT-Abteilungen nicht über die nötigen Ressourcen, um eine Cloud in Eigenregie zu verwalten. Hier kann eine Managed Cloud Abhilfe schaffen, die von einem externen Anbieter bereitgestellt wird. Erfahren Sie, was genau Managed-Cloud-Hosting umfasst und welche Vorteile es bietet.

Definition: Was ist eine Managed Cloud?

Bei einer Managed Cloud übernimmt ein externer Provider den Betrieb Ihrer Unternehmens-Cloud. Das betrifft die Bereitstellung, Wartung und Pflege der IT-Infrastruktur sowie je nach Anbieter auch das Applikations-Management.

Manche Managed-Cloud-Provider bieten auch Helpdesk-Services an, um Ihre User bei Problemen zu unterstützen. Häufig spezialisieren sich die Provider aber entweder auf das Infrastruktur- oder das Client-Geschäft.

Die Managed Cloud ist also ein Hands-off-Servicemodell. Ihre Mitarbeitenden können die Vorzüge der Cloud nutzen, ohne sich das entsprechende Know-how aneignen zu müssen. Im Gegensatz zur Managed Cloud steht die selbstverwaltete Cloud. Hier werden alle nötigen Arbeitsschritte von den eigenen Mitarbeitenden geleistet.

Die wichtigsten Unterschiede zum klassischen Hosting

Managed-Cloud-Hosting erinnert auf den ersten Blick an klassisches Webhosting. Es gibt aber wichtige Unterschiede. Beim klassischen Hosting kaufen Sie eine bestimmte Menge Server-Space ein. Dabei kann es sich um Platz auf einem Shared Server handeln, bei dem sich mehrere Unternehmen denselben Server teilen. Oder Sie mieten einen dedizierten Server, der ausschließlich Ihnen zur Verfügung steht.

Anders beim Managed-Cloud-Hosting: Hier wird eine Vielzahl von Servern miteinander synchronisiert, so dass sie als eine riesige virtuelle Maschine agieren. Dieser Verbund aus Servern ist ausgesprochen leistungsfähig. Er kann sowohl Web-Applikationen bereitstellen (Software-as-a-Service), als Entwicklungsumgebung dienen (Platform-as-a-Service), aber auch ganze IT-Infrastrukturen ersetzen (Infrastructure-as-a-Service).

Daraus ergibt sich ein hohes Maß an Skalierbarkeit, weil Kapazitäten innerhalb dieses virtuellen Server-Verbunds problemlos umverteilt werden können. Wächst Ihre IT, erhalten Sie einfach mehr Rechenleistung. Das ist sogar in Echtzeit möglich – man spricht dann von Autoscaling. Und wenn Sie umgekehrt zeitweise weniger Bedarf haben, zahlen Sie auch nur die tatsächlich genutzte Cloud-Leistung.

Klassisches Hosting teilt Ihnen also eine finite Menge Platz auf einem Server zu, während Managed-Cloud-Hosting eine infinite, dynamische Menge Rechenleistung für Ihr Unternehmen bereitstellt.

Welche Services umfasst Managed-Cloud-Hosting?

Typischerweise umfasst ein Managed-Cloud-Modell die folgenden aufeinander aufbauenden Dienstleistungen:

1. Anfängliche Beratung

Ein guter Provider wird im ersten Schritt eine gründliche Analyse Ihrer IT-Bedürfnisse durchführen. Dabei wird geklärt, welche Infrastruktur bereits existiert und wie Ihre IT in Zukunft wettbewerbsfähig bleibt.

2. Die Auswahl der Cloud-Umgebung

Es gibt unterschiedliche Arten von Clouds, die für eine Managed Cloud in Betracht kommen. Dazu zählen die Public Cloud, die Private Cloud, die Hybrid Cloud und die Multi Cloud. Es muss geprüft werden, welche Lösung für Ihre Ansprüche optimal ist.

3. Die Standortwahl

Die Server Ihrer Cloud können On-Premises auf dem eigenen Firmengelände oder Off-Premises im Rechenzentrum des Providers stehen. Beide Optionen bieten Vor- und Nachteile, die abgewogen werden müssen.

4. Die Bereitstellung der Infrastruktur

Wenn alle Grundsatzentscheidungen getroffen wurden, wird Ihr Provider die passende Server-Landschaft einrichten. Geschieht dies On-Premises, müssen auch bauliche und feuerschutzrechtliche Anforderungen an den Serverraum beachtet werden.

5. Das Applikations-Management

Im nächsten Schritt wird die benötigte Software aufgespielt. Das umfasst die eigentliche Cloud-Software, die zur Administration notwendig ist, aber auch Security-Tools. Darauf sitzen die Business-Applikationen für den Endanwender wie Microsoft 365 auf.

6. Der Betrieb der Cloud

Um Ihre Managed Cloud immer auf dem neuesten Stand zu halten, wird Ihr Provider regelmäßig Updates der Cloud-Software vornehmen und Patches aufspielen. Darüber hinaus erfolgt ein fortlaufendes Monitoring, um Betriebsprobleme frühzeitig zu erkennen.

7. Der (User-)Support

Damit Ihre Anwender eine reibungsfreie User-Experience haben, bieten Managed-Cloud-Anbieter auch Support-Dienstleistungen an. Im Idealfall ist der Helpdesk 24/7 erreichbar und garantiert kurze Antwortzeiten.

Data Science Prozess

Die 4 Typen der Managed Cloud

Cloud-Services können auf vier unterschiedliche Arten bereitgestellt werden. Diese unterscheiden sich unter anderem nach Standort der Server und der Zugangsart.

Die Public Cloud

Bei einer Public Cloud greifen Sie über eine reguläre Internetverbindung auf die gebuchten Cloud-Services zu. Die Server stehen in den externen Rechenzentren eines Public-Cloud-Providers. Diese Rechenzentren können über die ganze Welt verteilt sein, was unter Umständen datenschutzrechtlich relevant ist. Bekannte Anbieter sind Amazon Web Services, Microsoft Azure und die Google Cloud.

Die Private Cloud

Bei einer Private Cloud erfolgt der Zugriff exklusiv über unternehmenseigene Zugänge wie das abgegrenzte Intranet oder VPN-Zugänge. Dadurch sind Ihre Unternehmensdaten potentiell besser geschützt als in der Public Cloud. Es gibt intern gehostete Private Clouds, die sich auf dem eigenen Firmengelände befinden. Genauso existieren aber auch extern gehostete Private Clouds, die im Rechenzentrum eines Managed Services Providers untergebracht sind.

Die Hybrid Cloud

Die Hybrid Cloud kombiniert die Eigenschaften der Private und der Public Cloud. Sensible Daten werden auf abgeschotteten Private-Cloud-Servern untergebracht, die On-Premises oder Off-Premises stehen können. Unproblematische Daten werden auf den oft kostengünstigen Servern der Public Cloud verwaltet. Wichtig ist, dass diese Trennung nach Datenqualität konsequent eingehalten wird.

Die Multi Cloud

Sie können Cloud-Dienstleistungen auch bei unterschiedlichen Anbietern einkaufen. In diesem Fall spricht man von einer Multi Cloud. Der Vorteil besteht darin, unterschiedliche technische Features und Service-Modelle kombinieren zu können. Voraussetzung ist ein stimmiges Konzept für die Orchestrierung.

Welches Bereitstellungsmodell Sie wählen, hängt wesentlich von Ihren individuellen Anforderungen ab. Es gibt hier kein Richtig oder Falsch. Ein Unternehmen aus einer sogenannten KRITIS-Industrie wird wahrscheinlich häufiger zu einer Private-Cloud-Lösung greifen, während Unternehmen aus unkritischen Branchen tendenziell häufiger auf Hybrid- oder Public-Cloud-Lösungen setzen. Eine Entscheidung sollte aber immer in Absprache mit einem kompetenten Anbieter erfolgen.

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Managed-Cloud-Vorteile: So profitieren Sie

Im Vergleich mit einer selbst gehosteten Cloud bietet Managed-Cloud-Hosting zahlreiche Vorteile:

MANAGED CLOUDSELBSTVERWALTETE CLOUD
bietet kurze Bereitstellungszeiten, insbesondere wenn die Cloud über ein externes Rechenzentrum betrieben wird.ist mit einem relativ langen zeitlichen Vorlauf verbunden, insbesondere wenn die Server vor Ort stehen.
kommt mit geringen Investitionskosten aus, weil Hardware typischerweise angemietet wird und nicht gekauft werden muss.verursacht hohe Investitionskosten, weil die Server für den Betrieb der Cloud angeschafft und installiert werden müssen.
bietet ein hohes Maß an Skalierbarkeit. Werden beispielsweise saisonal bedingt mehr IT-Ressourcen benötigt, können diese kurzfristig zugebucht werden.bietet ein geringes Maß an Skalierbarkeit, weil die Serverkapazität begrenzt ist. Eventuelle Lastspitzen müssen von vorneherein eingeplant werden.
entlastet Ihre Mitarbeiter. Weil Ihre Cloud-Infrastruktur extern bereitgestellt wird, kann sich Ihr IT-Team besser auf seine Kernaufgaben konzentrieren.benötigt viel Zeit, um die Cloud zu verwalten und zu überwachen. Dazu kommt der Support-Aufwand für die eigenen Mitarbeiter.
beugt IT-Ausfällen effektiv vor. Spezialisierte Managed-Services-Provider können Verfügbarkeiten von annähernd 100 Prozent garantieren.ist meist anfälliger für IT-Ausfälle, aufgrund von überlasteten Mitarbeitern, Know-how-Lücken und fehlenden Workflows.
hält Ihre Systeme auf dem aktuellen Stand. Der Managed-Cloud-Anbieter integriert fortlaufend moderne Hard- und Software für Sie.überaltert schnell. Geräte und Applikationen werden meist nur unregelmäßig ausgetauscht bzw. aktualisiert.
bietet alles aus einer Hand. Aufwändige Verhandlungen mit den einzelnen Hard- und Software-Anbietern entfallen.muss jede einzelne Komponente separat erwerben und die Kompatibilität sicherstellen.
erleichtert IT-Zukunftsentscheidungen. Der Managed-Cloud-Anbieter steht als Berater und Sparringspartner zur Verfügung.erschwert IT-Zukunftsentscheidungen. Es gibt keine externe Instanz, die einen frischen Blick auf die eigene IT beisteuern könnte.

Wie sicher ist Managed-Cloud-Hosting?

Bei der Entscheidung für oder gegen eine Managed Cloud sollte unbedingt das Thema Sicherheit berücksichtigt werden. Zum einen müssen die gesetzlichen Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) eingehalten werden, die seit dem 25. Mai 2018 gültig ist. Zum anderen geht es darum, sensible Unternehmensdaten vor Cyberangriffen von außen zu schützen.

Bevorzugen Sie deutsche Rechenzentren

Eine entscheidende Rolle kommt dem Standort des Rechenzentrums zu. Laut DSGVO dürfen Ihre Unternehmensdaten nur auf europäischen Servern und auf den Servern sicherer Drittländer gespeichert werden. Viele der großen Public-Cloud-Anbieter nutzen aber auch datenschutzbedenkliche Standorte. Hier kann eine Private Cloud oder Hybrid Cloud mit deutschen Rechenzentren die Antwort sein.

Achten Sie auf folgenden Fallstrick: Ist Ihr Cloud-Anbieter kein in Europa ansässiges Unternehmen, greifen auch nicht die europäischen Datenschutzbestimmungen. Das gilt selbst dann, wenn sich die Rechenzentren des Anbieters in Deutschland befinden. Erkundigen Sie sich daher, wo das Unternehmen inkorporiert ist.

Achten Sie auf ein mehrstufiges Sicherheitskonzept

Darüber hinaus sollte Ihnen Ihr Managed-Cloud-Anbieter ein überzeugendes Sicherheitskonzept vorlegen können. Die Grundlage bildet ein modernes System sogenannter Next-Generation-Firewalls (NGFW), welches gegen konventionelle Hackerangriffe schützt.

Aber auch Maßnahmen zur DDoS-Mitigation sollten ergriffen werden. Bei einer Distributed-Denial-of-Service-Attacke versuchen Hacker Ihre Server durch eine Vielzahl von Anfragen systematisch zu überlasten. Durch Pattern- und Filterprogramme sowie eine geschickte Serverlastverteilung lässt sich solchen Attacken effektiv vorbeugen.

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Sie erwägen Managed-Cloud-Hosting für Ihr Unternehmen? Dann sollten wir uns unterhalten! Die Experten der ahd unterstützen Sie bei der Auswahl der richtigen Cloud-Technologie und übernehmen die komplette Umsetzung. Das umfasst auch die fortlaufende Optimierung, das Monitoring und den schnellen Support. Alle diese Managed Services bieten wir aus unserem hochsicheren Rechenzentrum in Frankfurt am Main an. Kontaktieren Sie uns jetzt für eine unverbindliche Erstberatung!

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