SaaS vereinfacht den Bezug von Software: Statt Programme lokal installieren zu müssen, greifen Ihre User über das Internet auf die Anwendung zu. Erfahren Sie, welche weiteren Vorteile Software-as-a-Service für Ihr Unternehmen bietet, was die Unterschiede zu On-Premises-Software sind und wie die Einführung gelingt.

Definition: Was ist SaaS?

Was ist SaaS?

Bei Software-as-a-Service (SaaS) werden Programme über das Internet bereitgestellt. Dafür wird die Anwendung zentral auf einem Server des Providers ausgeführt. Ihre User greifen über den Internet-Browser auf das Programm zu. Die lokale Installation von Software entfällt damit.

Typischerweise wird SaaS im Abo-Modell vertrieben. Die Höhe des Preises ist in der Regel nach dem Funktionsumfang der Software, der Vertragslaufzeit und der Anzahl der User gestaffelt.

SaaS ist schon heute weit verbreitet. Es existieren zahlreiche Anwendungen für Unternehmen, beispielsweise SAP, Salesforce, Microsoft 365 und Slack. Bei Privatanwendern sind Services wie Netflix oder Spotify populär.

Zusammen mit Infrastructure-as-a-Service (IaaS) und Platform-as-a-Service (PaaS) bildet Software-as-a-Service den sogenannten Cloud-Computing-Stack. Auf diese Weise lassen sich alle wichtigen IT-Services über das Internet beziehen.

Sie wollen mehr über die Vor- und Nachteilen von Infrastructure-as-a-Services erfahren ? Dann lesen Sie jetzt folgenden Beitrag “As a Service – Die fabelhafte Welt der IT“.

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Wie sich SaaS von anderen As-a-Service-Modellen unterscheidet

SaaS bildet die oberste Schicht des Cloud-Computing, aufbauend auf der Infrastruktur und der Plattform. Alle drei Schichten stehen als Mietmodell zur Verfügung („as a Service“). Die Leistungen unterscheiden sich wie folgt:

Bei Infrastructure-as-a-Service (IaaS) werden IT-Ressourcen wie Server, Speicher und Rechenpower in virtualisierter Form bereitgestellt. Der Vorteil: Ihr Unternehmen muss kein eigenes Rechenzentrum betreiben, sondern bezieht seine Infrastruktur aus der Cloud.

Platform-as-a-Service (PaaS) richtet sich an Ihre Developer. Diese zentrale Cloud-Umgebung bietet alle wichtigen Ressourcen für das Entwickeln und Ausrollen von Business-Anwendungen.

Software-as-a-Service (SaaS) bildet das Produkt der beiden vorhergehenden Schichten. In das Programm ist eine für den Anwender unsichtbare Plattform verbaut und die Software sitzt auf einer Infrastruktur außerhalb der eigenen Organisation auf. Die Nutzung erfolgt über ein Online Interface.

SaaS vs. On-Premises-Software

In Zeiten des Cloud-Computings stellt sich für Unternehmen die Frage: Sollen wir unsere Software auf den hauseigenen Servern betreiben oder über das Internet beziehen? Es gibt gute Argumente für beide Varianten.

Für On-Premises sprechen folgende Punkte:

  • Sie haben die Möglichkeit direkt in die Software einzugreifen, beispielsweise um Konfigurationsdateien zu bearbeiten. SaaS erlaubt dagegen meist keine Veränderung des Programmkerns.
  • Sie sind weniger abhängig von gut funktionierenden Internet-Verbindungen, weil die Software über das lokale Netzwerk (LAN) mit den Usern in Verbindung tritt.
  • Sie behalten die volle Kontrolle über die Server. Dies kann für Datenschutz-Überlegungen eine Rolle spielen.

Umgekehrt kann das SaaS-Modell auf diese Vorteile verweisen:

  • Weil sich der Anbieter um Hosting, Wartung und Sicherheits-Management kümmert, verursachen SaaS-Lösungen weniger Aufwand als die On-Premises-Variante.
  • SaaS-Lösungen skalieren leichter. Sie können schnell neue User hinzufügen, weil die lokale Installation auf einem Arbeitsplatz entfällt. Alles, was benötigt wird, ist ein internetfähiges Endgerät.
  • Sie können die Leistungsfähigkeit der Software auf die Bedürfnisse Ihrer User anpassen. In manchen Fällen reicht vielleicht die günstige Basisversion, in anderen Fällen muss es die Premiumversion sein. Dagegen steht Ihnen bei On-Premises-Software oft nur die sehr umfangreiche Standardversion zur Verfügung.
  • Eine SaaS-Lösung erleichtert die Zusammenarbeit mit einem externen Managed-Services-Provider (MSP), weil dieser so direkten Zugriff auf Ihre Anwendungen hat. Bei On-Premises-Software ist der Handlungsspielraum eines MSP dagegen begrenzt.

Die Entscheidung für On-Premises-Software oder SaaS sollte immer individuell getroffen werden, basierend auf den Anforderungen Ihres Unternehmens. Allerdings gilt es mit Blick auf die Zukunft zu bedenken, dass sich der Softwaremarkt immer mehr in Richtung Cloud orientiert. Viele Business-Anwendungen sind schon heute nur noch in der Cloud-Version erhältlich.

Beispiele für SaaS-Applikationen

SaaS kommt in einer Vielzahl von Unternehmensbereichen zum Einsatz. Die wichtigsten davon sind:

Office-Anwendungen

Ob Textverarbeitung, Tabellenkalkulation oder Präsentationserstellung: Alle diese Aufgaben lassen sich mittlerweile auch im Browser erledigen. Das bekannteste Beispiel ist Microsoft 365. Über die Standard-Office-Suite hinaus bietet das Programm auch Cloud-Speicher, E-Mail-Lösungen und Kollaborations-Tools für Unternehmen. Ein weiterer Vertreter dieser Softwaregattung ist Google Workplace.

Customer-Relationship-Management (CRM)

Heute sind zahlreiche CRMs als SaaS erhältlich, sowohl von „großen“ Namen wie Microsoft oder Oracle als auch von kleineren Herstellern. Der Marktführer Salesforce setzt bereits seit seiner Gründung im Jahr 1999 konsequent auf das SaaS-Geschäftsmodell.

Finanzbuchhaltung

Viele Software-Lösungen für die Finanzbuchhaltung von Unternehmen werden mittlerweile ausschließlich in der SaaS-Variante angeboten, beispielsweise sevDesk, lexoffice und Sage. Aber auch Start-ups wie Billomat und Debitoor haben diesen Markt für sich entdeckt.

Projektmanagement

Moderne, agile Teams benötigen Software, um sich zu abzustimmen und Projekte effizient durchzuführen. Eine zentrale Cloud-Lösung ist hier ideal, insbesondere wenn sich die Teammitglieder an unterschiedlichen Standorten aufhalten. Bekannte Vertreter dieser Anwendungssparte sind Basecamp, Projectplace, Teamspace, Asana und Trello.

Konferenzlösungen

Der Markt der Webkonferenzen- und Webinar-Software hat seit Corona einen regelrechten Boom erlebt. Programme wie Zoom, GoToMeeting, Zoho Meeting oder Demio sind mittlerweile fester Bestandteil unseres Arbeitsalltags.

Diese Softwarekategorie ist ein sehr gutes Beispiel für das SaaS-Modell: Das Endgerät spielt kaum noch eine Rolle. Ihre User können mit dem Notebook, Tablet, Smartphone oder sogar mit einem Wearable an Besprechungen teilnehmen.

Shopsysteme

Von einigen Ausnahmen wie WooCommerce oder Magento abgesehen, sind Onlineshops meist SaaS-Produkte. Neben Spezialisten wie Shopify, BigCommerce und Wix bieten auch viele Webhoster eigene Shop-Lösungen an.

Marketing-Technology-Software (Martech)

Marketing-Technology (Martech) umfasst Software für das digitale Marketing von Unternehmen. Das können beispielsweise E-Mail-Marketing-Lösungen wie Mailchimp, SEO-Software wie ahrefs oder Landingpage-Produkte wie Unbounce sein. Zunehmend kommt auch KI-Software im Marketing zum Einsatz, beispielsweise in Form von Chatbots für die Kundenberatung.

Die 7 wichtigsten Vorteile

SaaS bietet Ihrem Unternehmen eine Reihe von entscheidenden Vorteilen.

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1. Profitieren Sie von einer optimalen Abstimmung

Hosten Sie Software lokal auf Servern und Rechnern, muss immer darauf geachtet werden, ob die Hardware den Anforderungen der Software gerecht wird. Mit SaaS umgehen Sie dieses Problem: Der Provider sorgt selbst dafür, dass Infrastruktur und Software optimal aufeinander abgestimmt sind.

2. Skalieren Sie nach Bedarf

Saisonal bedingt können Sie mehr Lizenzen benötigen. Mit SaaS buchen Sie entsprechende User flexibel online zu. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie 3 oder 3000 Anwender hinzufügen möchten. Umgekehrt können Sie nicht länger benötigte Lizenzen wieder abbestellen. Sie zahlen also nur, was Sie tatsächlich nutzen.

3. Richten Sie schnell neue Arbeitsplätze ein

Mit SaaS können Sie neuen Usern innerhalb weniger Minuten einen Arbeitsplatz zur Verfügung stellen. Ihr Anwender benötigt lediglich ein internetfähiges Endgerät und die Zugangsdaten zur SaaS-Software. Das langwierige Aufspielen von Programmen auf lokale Rechner entfällt.

4. Kollaborieren Sie auf Distanz

SaaS erlaubt es Teammitgliedern, die sich an unterschiedlichen Orten aufhalten, problemlos zu kollaborieren. Ein gutes Beispiel ist Microsoft 365: Sie können mit Ihren Kollegen in Berlin an derselben PowerPoint-Präsentation arbeiten, obwohl Sie in München sitzen. Änderungen lassen sich dabei in Echtzeit nachverfolgen. Diese räumliche Flexibilität ist auch eine wichtige Voraussetzung für das New-Work-Modell.

5. Profitieren Sie von schnellen Innovationszyklen

SaaS-Software wartet oft durch schnelle Innovationszyklen auf. Dank der Bereitstellung über die Cloud können die Anbieter das Userverhalten in Echtzeit analysieren. So erhalten die Provider sehr schnell Hinweis auf mögliche Probleme, Bugs und unerfüllte Nutzerbedürfnisse. Entsprechend zügig können Optimierungen angestoßen werden.

6. Halten Sie Ihre Anwendungen aktuell

Das Aufspielen von Software-Updates kann viel Zeit verschlingen. Mit SaaS entfällt dieses Problem: Der Anbieter sorgt dafür, dass Fixes und Patches umgehend installiert werden. Ihre SaaS-Anwendung ist also ohne Ihr Zutun immer auf dem neuesten Stand.

7. Verlassen Sie sich auf die hohe Verfügbarkeit

SaaS-Provider mit Tausenden von Nutzern haben ein großes Interesse daran, dass ihre Software ständig einsatzbereit ist. Deswegen arbeiten sie mit redundanten Systemen, um Ausfälle auszuschließen oder wenigstens sehr schnell zu beheben. Diese hohen Verfügbarkeiten werden Ihnen über das Service-Level-Agreement (SLA) des Anbieters garantiert.

Sie wollen mehr über die Vereinbarung zwischen einem Anbieter einer Diensteleistung und einem Kunden bei einem Service-Level-Agreement (SLA) erfahren? Dann lesen Sie jetzt folgenden Beitrag “Alles, was Sie über ein Service-Level-Agreement wissen sollten!“.

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Mögliche Nachteile

Wie bei jeder neuen Technologie sollten Sie sich auch bei SaaS der potenziellen Risiken bewusst sein. Das hilft Ihnen, entsprechend vorzubauen.

  • Es ist denkbar, dass Hacker Login-Daten stehlen. Deshalb sollten Sie einen Anbieter wählen, der nachweislich über ein hohes Level an IT-Security verfügt.
  • Damit Ihre User unterbrechungsfrei arbeiten können, muss eine gut funktionierende Internetverbindung gegeben sein. In den meisten Unternehmen ist das aber Standard.
  • SaaS-Provider neigen eher dazu, noch nicht ganz ausgereifte Funktionen auszuliefern. Denn die Plattform bildet wie oben erwähnt eine perfekte Testumgebung. Allerdings werden Bugs auch meist wesentlich schneller behoben als bei klassischer Software.
  • Theoretisch könnte der Provider Einsicht in Ihre Unternehmensdaten erhalten. Prüfen Sie deshalb die Verträge genau. Bevorzugen Sie sogenannte Zero-Knowledge-Verschlüsselungen, weil der Provider hier keinen Zugriff auf die Nutzerdaten hat.

3 Tipps für die Einführung

Bei der Einführung von SaaS gibt es einige Besonderheiten zu beachten. Diese drei Tipps helfen Ihnen dabei.

1. Checken Sie die Kompatibilität

Individuelles Customizing von Software stellt bei SaaS eher die Ausnahme dar. Bewerten Sie deshalb zu Beginn, ob das Programm bereits „out of the box“ den Anforderungen Ihres Geschäftsmodells gerecht wird.

2. Prüfen Sie den Vertrag

Wie bei jeder Mietlösung sollten Sie die Vertragsbedingungen genau unter die Lupe nehmen. Insbesondere sollten Sie prüfen:

  • Wie schnell können Kapazitäten zu- und abgebucht werden?
  • Wie genau gestalten sich die Kostenstrukturen?
  • Welche Verfügbarkeiten werden garantiert?
  • Wie wird das Thema Datenschutz adressiert?
  • Welche Notfallpläne gibt es für einen Netzausfall?
  • Wie schützt der Provider Ihre Daten vor Hackerangriffen?
  • Wie gelangen Sie für den Fall einer Anbieterinsolvenz an Ihre Daten?

3. Bündeln Sie die Logins

Arbeiten Sie mit verschiedenen SaaS-Lösungen parallel, kann das schnell unübersichtlich werden. Für jeden Mitarbeiter müssen dann mehrere Accounts mit unterschiedlichen Logindaten eingerichtet werden.

Um das zu umgehen, können Sie ein sogenanntes SaaS-Single-Sign-on (SaaS-SSO) in Ihr Intranet integrieren. Hier können sich Ihre User für alle SaaS-Produkte mit einem Login anmelden. Achten Sie auf die Verwendung von sicheren Standards wie SAML.

Einführung von SaaS Checkliste

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