Für Unternehmen, die keinen klassischen File-Server betreiben möchten, bieten sich vor allem zwei Speicherlösungen an: ein NAS oder die Cloud. Erfahren Sie hier, welche Vor- und Nachteile beide Systeme bieten und was typische Einsatzszenarien sind.

Schön, dass Sie hier sind! Wie Ihnen vielleicht schon aufgefallen ist, verwenden wir aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form in unseren Texten. Im Sinne der Gleichbehandlung meinen wir damit selbstverständlich immer alle Geschlechter (m/w/d). Und jetzt wünschen wir Ihnen viel Spaß beim Lesen.

Definition: Was genau sind NAS und die Cloud?

NAS ist nicht gleich NAS und auch bei einer Cloud gibt es verschiedene Umsetzungsformen. Darum ist es wichtig, diese beiden Lösungen eindeutig zu definieren, bevor die Frage „NAS oder Cloud?“ beantwortet werden kann.

Wie funktioniert ein NAS?

NAS steht für „Network Attached Storage“. Im einfachsten Fall handelt es sich um eine Festplatte, die an das Unternehmens-Netzwerk angeschlossen ist. Auf diese Weise können Anwender auf das NAS wie auf die Dateiablage eines Servers zugreifen.

Moderne NAS-Geräte bieten allerdings viele weitere Funktionen. Je nach Produkt können sie auch als Medienserver, Mailserver, Webserver oder Webcam-Zentrale dienen. Insofern ist die Grenze zum klassischen Server fließend.

Die NAS-Minicomputer verfügen über eine oder mehrere Harddisks sowie ein eigenes Betriebssystem. Sie sind in der Anschaffung meist günstiger als herkömmliche Server, aber tendenziell weniger leistungsfähig. Bekannte Hersteller sind Synology und Qnap.

Darstellung eines NAS

Wie funktioniert eine Cloud?

Der Begriff „Cloud“ bezeichnet eine IT-Ressource, auf die über das Internet zugegriffen wird. Der Vorteil: Sie müssen keine On-Premises-IT betreiben, alle Leistungen werden über externe Server bezogen.

Daher spielt es auch keine Rolle, wo sich Ihre User aufhalten, ob im Büro, im Homeoffice oder auf Reisen. Solange ihnen eine Internetverbindung zur Verfügung steht, können sie produktiv werden.

Bei Clouds sind drei Servicemodelle zu unterscheiden:

  • Infrastructure-as-a-Service (IaaS): Hardware-Ressourcen wie Speicherplatz oder Rechenpower werden in virtualisierter Form zur Verfügung gestellt.
  • Platform-as-a-Service (PaaS): Auch komplette Entwicklungsumgebungen lassen sich in der Cloud realisieren, was Ihren Developern die Kollaboration erleichtert.
  • Software-as-a-Service (SaaS): Anwendungen können über den Internetbrowser genutzt werden. Dazu zählen beispielsweise Programme wie Microsoft 365, SAP oder Salesforce.

Weiterhin existieren drei wesentliche Cloud-Bereitstellungsmodelle:

  • Public Cloud: IT-Services werden hier über eine öffentliche Internetverbindung bezogen. Bekannte Anbieter sind AWS, Google und Microsoft Azure.
  • Private Cloud: beschreibt eine besonders abgeschirmte Unternehmens-Cloud. Der Zugriff erfolgt über sichere VPN-Zugänge oder via LAN/WAN.
  • Hybrid Cloud: vereint die Vorteile beider Welten – unkritische Daten lagern in der kostengünstigen Public Cloud, sensible Informationen in der Private Cloud.

So unterscheiden sich die Lösungen im Detail

NAS oder Cloud – das ist vor allem eine Frage der Parameter, auf die optimiert werden soll. Die wichtigsten stellen wir im Folgenden vor.

Setup und Wartung

NAS erfordern einiges an IT-Know-how, um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten:

  • RAID-Konfiguration: Wichtige Dateiablagen wie NAS müssen redundant ausgelegt werden, um Ausfälle von Harddisks zu kompensieren. Hierbei gibt es unterschiedliche RAID-Level, welche die Daten-Distribution auf mehreren Festplatten regeln. Allerdings ist die Einrichtung mit relativ viel Aufwand verbunden.
  • Zugriffsrechte-Konfiguration: Je nach NAS-Software ist es einfacher oder komplizierter, die passenden Benutzergruppen zu definieren und die jeweiligen Berechtigungen festzulegen.
  • Updates: Patches und Updates müssen Sie selbst herunterladen und installieren.
  • Backups: Auch Backups müssen Sie selbst konfigurieren und durchführen.
  • Health-Checks: Die Harddisks – welche ja Tag und Nacht in Betrieb sind – müssen in bestimmten Abständen überprüft werden, um drohende Ausfälle frühzeitig zu erkennen.

Cloud-Speicherlösungen werden dagegen komplett von Ihrem Service-Provider aufgesetzt. Außerdem haben die Anbieter die Usability über viele Jahre hinweg optimieren können, sodass Sie sehr komfortable Benutzeroberflächen vorfinden. Auch die Wartung ist Sache des Providers. Dazu zählen regelmäßige Updates, Health-Checks und Backups. Als Anwender müssen Sie sich also um nichts kümmern. Das stellt einen wesentlichen Vorteil einer Managed Cloud gegenüber einem selbst verwalteten NAS dar.

Verfügbarkeit und Schnelligkeit

Cloud-Anbieter garantieren heutzutage eine annähernd hundertprozentige Verfügbarkeit. Dazu verwenden sie die breite Palette moderner Cloud-Technologien wie verteilte Server und redundante Netzwerke. NAS wiederum können, sofern sie richtig gewartet werden, oft jahrelang im Dauerbetrieb laufen. In puncto Verfügbarkeit liegen die beiden Systeme also in etwa gleichauf.

In beiden Fällen hängt die Verfügbarkeit jedoch auch von der Netzwerk-Stabilität ab: Während beim NAS das lokale Netzwerk (LAN) stabil sein muss, kann im Falle der Cloud ein Internetausfall für eine „Zwangspause“ sorgen.

Analoges gilt für die Schnelligkeit: Auch diese richtet sich nach der Netzwerkverbindung. Meistens wird das LAN schneller sein als die Internet-Verbindung. Wenn Sie vorwiegend mit großen Dateien wie Videos arbeiten, kann deshalb ein NAS vorteilhaft sein. Für reguläre Office-Dateien ist dieser Schnelligkeits-Unterschied aber vernachlässigbar.

LAN vs. WAN - NAS oder Cloud

Flexibilität und Skalierbarkeit

Wie viel Harddisk-Speicher brauchen Sie heute, in sechs Monaten oder in zwei Jahren? Diese Frage ist oft schwer zu beantworten, weil sich die IT-Anforderungen laufend ändern.

Bei Cloud-Lösungen ist das kein Problem, denn der Skalierbarkeit sind keine Grenzen gesetzt. Zusätzlichen Speicher kaufen Sie mit wenigen Mausklicks ein und können ihn umgehend nutzen, teilweise sogar in Echtzeit.

Bei einem NAS ist die Erweiterbarkeit begrenzt. Die Speicherkapazität hängt nicht bloß von der Anzahl und der Größe der Harddisks ab, sondern auch von der Rechenleistung des Geräts. Wenn Sie ein Vielfaches des bisherigen Speichers benötigen, müssen Sie daher ein größeres Modell anschaffen.

Datensicherheit

Beim Cloud-Speicher sorgt der Anbieter mit einer professionellen Backup-Strategie dafür, dass keine Daten verloren gehen. Meistens bieten die Cloud-Lösungen auch eine Versionierung: Wenn Sie eine Datei, beispielsweise eine Präsentation, ändern und speichern, bewahrt die Cloud automatisch die Vorgängerversion auf.

Beim NAS müssen Sie selbst mit geeigneten Backup-Maßnahmen für Datensicherheit sorgen. Das ist mit mehr Aufwand verbunden. Dafür können Sie exakt bestimmen, was genau in welchem Umfang gesichert werden soll.

Datenschutz

Wenn Sie Ihr NAS ausschließlich im LAN der Firma betreiben, sind Ihre Daten relativ sicher vor externen Angriffen. Soll Ihr Team aber auch von unterwegs aus auf die Daten zugreifen können, müssen zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden: Es gilt, das NAS sicher zu konfigurieren, speziell was DDNS und Firewalls angeht.

Cloud-Speicher sind bei den professionellen Anbietern gut gegen unbefugte Zugriffe geschützt. Dafür sorgen eine verschlüsselte Datenübertragung (SSL), Verschlüsselungen auf den Servern sowie strenge Zugangskontrollen für die Betriebsräume.

Cloud-Speicherung in den USA ist allerdings problematisch, da dort die Behörden Zugriff auf Ihre Daten erhalten könnten. Diesem Problem begegnen Sie entweder durch die Wahl eines europäischen Anbieters oder mittels einer Private Cloud, wie sie spezialisierte Managed-Services-Provider (MSPs) anbieten.

Kosten

Die Kosten für ein NAS und eine Cloud-Lösung sind nur bedingt vergleichbar. Das hat diese Gründe:

  • Bei einem Cloud-Speicher bezahlen Sie für das Speicherkontingent, den Service sowie die Wartung. Das umfasst beispielsweise Updates, Backups und Cybersecurity. Anschaffungskosten für eigene Hardware entfallen.
  • Dagegen zahlen Sie beim NAS die Hardware, haben aber keine fortlaufenden Servicegebühren. Sie sollten aber auch die Arbeitszeit einkalkulieren, welche für die Wartung des NAS erforderlich ist. Falls Sie externe IT-Spezialisten benötigen, um eine Konfiguration auf dem NAS zu ändern, können sich die Kosten schnell vervielfachen.

NAS oder Cloud in der Praxis

Für welche Einsatzzwecke eignet sich ein NAS besser, für welche eine Cloud-Lösung? Nachfolgend eine kleine Entscheidungshilfe für drei typische Anwendungsgebiete.

Unternehmens-Backup

Speicherlösungen werden in Unternehmen oft für Backups benötigt. Sowohl NAS als auch die Cloud können hier gute Argumente für sich geltend machen:

  • Für das NAS spricht die hohe Netzwerk-Geschwindigkeit. Wenn das Backup mehrere Terabyte Daten umfasst, dauert das Hochladen in die Cloud möglicherweise zu lange.
  • Für die Cloud-Lösung spricht die Rundum-Sorglos-Philosophie der meisten Anbieter: Sie müssen sich um nichts kümmern, weil Ihnen eine betriebsbereite Installation angeboten wird, die sich zigfach in der Praxis bewährt hat.

Fazit: Für sehr große Datenmengen kann ein NAS mehr Sinn machen, für reguläre Datenmengen ist die Cloud bequemer.

Austausch von Dateien

In Unternehmen werden Dateien zentral gespeichert, damit alle Benutzer unabhängig voneinander darauf zugreifen können. Welches System eignet sich hier besser?

  • Für die Cloud-Lösung spricht, dass Ihr Team ortsunabhängig auf die Daten zugreifen kann. Gerade in Zeiten des Homeoffice ist das ein nicht zu unterschätzender Vorteil.
  • Die NAS-Lösung kann bei sehr großen Dateien wie zum Beispiel Videos oder Grafikdesigns einen schnelleren Datenaustausch ermöglichen – sofern sie im LAN läuft und die Mitarbeiter im selben Gebäude sitzen.

Fazit: Im LAN kann das NAS punkten, aber sobald das Internet ins Spiel kommt, ist die Cloud effizienter.

E-Learning

Besonders seit der Corona-Pandemie nimmt E-Learning für Unternehmen einen hohen Stellenwert ein. Mitarbeiter müssen im Homeoffice auf Lernplattformen zugreifen können, weil Präsenzveranstaltungen nicht immer möglich sind.

  • Cloud-Lösungen arbeiten gut mit diversen Lernplattformen zusammen. Häufig existieren Schnittstellen oder die Plattform selbst verfügt bereits über eine eingebaute Cloud. Auch das Video-Streaming funktioniert zuverlässig.
  • NAS sind geeigneter, wenn Sie sehr spezifische Anforderungen an die Lernplattform haben, die durch existierende SaaS-Lösungen nicht erfüllt werden. Tendenziell ist die Performance jedoch schwächer. Denn Cloud-Anbieter können das Video-Streaming beliebig skalieren, indem sie parallele Streams verwenden.

Fazit: Wenn Sie eine größere Anzahl Mitarbeiter mit E-Learning-Angeboten ausstatten wollen, kommt eigentlich nur die Cloud-Lösung infrage.

Abschließende Überlegungen

NAS oder Cloud – beide Lösungen haben ihre spezifischen Vor- und Nachteile. Beim NAS profitieren Sie von der vollen Kontrolle über alle Details der Ausstattung und Konfiguration, bei der Cloud vom umfassenden Service, der Ihnen praktisch alle IT-Aufgaben abnimmt. Während das NAS in lokalen Netzwerken mit der höheren Übertragungsrate punktet, bietet die Cloud den Vorteil des ortsunabhängigen Zugriffs.

Was für viele Unternehmen jedoch den Ausschlag geben könnte: Beim Thema Skalierbarkeit liegt die Cloud klar vorne. Benötigen Sie mehr IT-Ressourcen, sind diese nur wenige Klicks entfernt. Umgekehrt können Sie Leistungen jederzeit flexibel abbestellen. Sie bezahlen also nur für das, was sie wirklich verbrauchen.

Und noch ein weiterer wichtiger Aspekt muss hervorgehoben werden: Die Cloud bildet die Basis der Digitalisierung. Auf ihr sitzen viele andere neue Technologien wie beispielsweise das Internet-of-Things auf. Und auch neue Modelle der Zusammenarbeit wie Homeoffice und Remote Work fußen auf der Cloud. Sie ist damit das zukunftsorientiertere der beiden Modelle.

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