Schöne neue Welt

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Schöne neue Welt Kolumne

Schöne neue Welt


Wer sie noch nicht gelesen hat, hat zumindest schon einmal von ihnen gehört: „1984“ und „Schöne Neue Welt“, die dystopischen Romane von George Orwell und Aldous Huxley. Sie wurden in den frühen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts verfasst, spielen in der Zukunft und handeln vom Überwachungsstaat und totalitären Diktaturen. Von Gehirnwäsche ist in ihnen die Rede, von Genmanipulation und dem Verlust der Privatsphäre des Einzelnen.

Überwachung

Kommt Ihnen das auch bekannt vor? Wenn man sich einmal bewusst umschaut ist die heutige Realität nicht weit entfernt von jenen Zukunftsvisionen. Mittels CCTV werden seit vielen Jahren öffentliche Räume und der Verkehr überwacht. Auch im privaten Bereich und in Unternehmen finden sich immer öfter Videoüberwachungsanlagen. Dank moderner Technologie lassen sich diese von überall und jederzeit einsehen und steuern. Die Idee des totalen Überwachungsstaats, wie in 1984 beschrieben, wird auch in der Fernsehshow Big Brother, zumindest in einer eingeschränkten und temporären Variante, aufgegriffen. Benannt nach der feindlichen Instanz aus „1984“ ist sie seit Jahren ein Quotenhit und wird in mehr als 70 Ländern produziert und ausgestrahlt. Im Fernsehshow-Format ist das vielleicht ganz unterhaltsam. Ob aber irgendjemand in der realen Welt gerne dauerhaft in einem Staat leben möchte, in dem Big Brother über alles wacht, kann wohl bezweifelt werden.

Genmanipulation

Und es lassen sich noch weitere Parallelen entdecken. Embryo-Manipulation befindet sich zwar noch immer in der Forschungsphase, eröffnet aber heute schon theoretisch viele Möglichkeiten, das menschliche Genom (aus medizinischen Gründen) zu modifizieren. Ob auf diese Weise jemals Designerbabys entstehen werden, wie in Huxleys Schöner Neuer Welt beschrieben, bleibt allerdings fraglich.

Verlust der Privatsphäre

Was das Thema Verlust der Privatsphäre betrifft – die NSA-Datenspionage und ähnliche Vorfälle sind sicherlich noch jedem im Gedächtnis. Dass manche Nutzer ihr gesamtes Leben – freiwillig – in Form ihrer Daten und Fotos auf Facebook, Instagram und Co. mit dem Rest der Welt teilen, ist auch kein Geheimnis. Manch einer hat sogar ein Geschäftsmodell daraus gemacht. Youtube Star und Influencer sind mittlerweile lukrative Beschäftigungen.

Künstliche Intelligenz

Und wenn wir schon dabei sind, Fiktion und Realität miteinander zu vergleichen – das Thema KI (Künstliche Intelligenz oder Artificial Intelligence) erinnert mich, insbesondere in Kombination mit der Forschungsarbeit zum Thema Robotics und AI z.B. des Internetriesen Google, stark an den Film Terminator. Es soll ja Verschwörungstheoretiker geben, die behaupten, dass dieser im Jahr 1984 (!) entstandene Sci-Fi-Klassiker ausschließlich produziert wurde, um die Menschheit auf die bevorstehende Herrschaft der Maschinen vorzubereiten.

Zukunftsvisionen

Manchmal fragt man sich, ob die Autoren einfach nur sehr gut darin waren, zu antizipieren, was die Zukunft bringt. Oder es handelt es sich um typische Fälle der berühmten „self-fulfilling prophecy“? Vielleicht ist es aber auch einfach so, dass sich bestimmte politische, kulturelle und gesellschaftliche Zustände und Strömungen in periodischen Abständen wiederholen. Totalitäre Diktaturen und der Verlust der Privatsphäre sind heute allgegenwärtig, daran mangelte es aber schon in den frühen Jahrzenten des 20. Jahrhunderts nicht, als die Romane entstanden sind.

Wirtschaftlichkeit und Ethik

Die digitale Transformation und all die technischen Erfindungen, Entwicklungen und Errungenschaften der letzten Jahre und Jahrzehnte verändern die Welt und die Art, wie wir arbeiten und miteinander kommunizieren. Ein Ende dieser Entwicklung ist noch lange nicht in Sicht. Durch den technologischen Fortschritt haben wir heute scheinbar unendlich viele Möglichkeiten, unser Leben zu vereinfachen und zu bereichern. Was wir davon realisieren und wie wir als Gesellschaft und als Individuen damit umgehen ist nicht nur eine Frage der Wirtschaftlichkeit, sondern an erster Stelle eine Frage der Ethik. Wollen wir alles tun, was machbar ist oder gibt es auch Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen?

In Orwells und Huxleys Romanen wird eine düstere Zukunft skizziert. Beide Autoren zeigen klar auf, was passieren kann, wenn ethische und moralische Grenzen fehlen. Im Terminator siegt am Ende die Menschlichkeit – Sarah Connor und Kyle Reese sind die Helden, die sich der scheinbar übermächtigen Maschine stellen, den Kampf schließlich gewinnen und der Menschheit so eine Zukunft in Freiheit ermöglichen.

Digitalisierung vereinfacht unser Leben

Die Digitalisierung hat zweifelsfrei viele positive Effekte. Unser Leben wurde in vielen Bereichen, sogar im Vergleich zu vor zehn oder zwanzig Jahren, erheblich bereichert. Musiktitel müssen nicht mehr, wie z.B. noch 1984 üblich, mühsam mit dem Kassettenrecorder aus dem Radio aufgenommen werden. Vielmehr können sie über digitale Musikdienste unbegrenzt und jederzeit gestreamt werden. Wir haben keine Brieffreunde mehr, sondern kommunizieren über Social-Media-Plattformen, Messenger-Dienste und Chats miteinander. Fernsehen schauen wir nicht mehr nur über die öffentlich-rechtlichen Anstalten, sondern nutzen Netflix, Amazon und Sky, und zwar rund um die Uhr.

Negative Effekte

Aber wo Licht ist, gibt es ja bekanntlich auch Schatten. So ist Cyberkriminalität seit Jahren auf dem Vormarsch und hat sich zu einem lukrativen Wirtschaftszweig entwickelt. Nie zuvor war es so einfach, Daten zu stehlen, Nutzer zu erpressen und Informationen auszuspionieren. Big-Data-Analysen werden für Wahlmanipulation missbraucht, Konsumenten gezielt beeinflusst und Internetriesen nutzen und verkaufen die ihnen anvertrauten Daten, auch für dubiose Zwecke.

Unsere Verantwortung – unsere Entscheidung

Wie wir als Individuen mit den Errungenschaften der Digitalisierung umgehen, ist eine der zentralen Fragen unserer Zeit. Die Regulierung bestimmter Aspekte durch die Politik, wie z.B. gerade mit dem Inkrafttreten des EU-DSGVO geschehen, ist sicherlich ein essentieller Teil der Antwort auf diese Fragestellung. Aber politische Regelungen können immer nur ein Rahmen sein, in dessen Grenzen wir als Teil einer Gemeinschaft agieren. Deshalb liegt es in unserer Hand zu entscheiden, wie wir persönlich Tag für Tag mit den neuen Möglichkeiten umgehen. Ist es wirklich erstrebenswert, jeden Aspekt seines Lebens auf Social-Media-Plattformen preiszugeben? Ersetzt die Kommunikation per WhatsApp tatsächlich den persönlichen Austausch zwischen zwei Menschen? Ist es nicht sinnvoller, Zeit mit seinen Kindern zu verbringen anstatt diese vor dem Fernseher oder mit einem Smartphone oder Tablet „ruhigzustellen“? Ist es wirklich notwendig, die Antwort auf jede Frage, die mir nicht sofort einfällt, zu googlen oder lohnt es sich, erst einmal in Ruhe darüber nachzudenken? Muss ich immer und überall erreichbar sein? Will ich rund um die Uhr digitale Medien konsumieren oder gönne ich mir auch einmal eine Auszeit von der schönen neuen Welt?

Die Antworten auf diese Fragen kann nur jeder einzelne für sich geben – das setzt allerdings eine kritische Auseinandersetzung mit den neuen, digitalen Möglichkeiten und eine Reflektion des eigenen Verhaltens voraus.

Neue Kolumne – Ist das noch Digitalisierung oder kann das weg?

Wir alle merken, wie die Digitalisierung in unseren Berufs- und Lebensalltag eingreift. Kaum ein Bereich ist frei von den neuen digitalen Möglichkeiten. In den folgenden Wochen werden wir daher im Rahmen einer neuen Kolumne einige dieser Änderungen beleuchten und deren Sinnhaftigkeit und Entwicklung kritisch betrachten. Freuen Sie sich deshalb mit uns auf unsere Kolumne „Ist das noch Digitalisierung oder kann das weg?“ Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

 

Unsere Produktmanagerin Patricia arbeitet seit 2 Jahren bei der ahd. Sie hat einen Magister in den Fächern Anglistik, Amerikanistik und BWL. Sie beschäftigt sich mit Produkten und Lösungen rund um die Themen Managed Services, Cloud und Digitalisierung.

2018-09-11T09:24:39+00:0011. September 2018|ahd Kolumne|

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