Bis in die 60er Jahre geht die Geschichte des Cloud Computing zurück. Dabei folgt die gesamte Entwicklung einem Antrieb: Dem Gedanken, IT-Ressourcen einer breiten Masse an Nutzern zur Verfügung zu stellen. Bis zur heutigen Zeit entwickelten sich aus diesem Gedanken zwei verschiedene Arten für Unternehmen, Informationstechnologien zu nutzen. Entweder sie stellen ihre IT On-Premises bereit oder sie nutzen die IT-Services externer Cloud-Anbieter. Eine hybride Zusammenführung beider Deployment-Modelle vereint das Beste aus den verschiedenen IT-Welten. Mehr zu dem Unterschied von Cloud Computing und dem IT-Betrieb in Form gemanagter IT-Services (Managed Services) erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Wie Cloud Computing die IT revolutionierte

Der Begriff Cloud Computing bezeichnet die Bereitstellung von Computing-Ressourcen über eine Cloud. Zur Verfügung gestellt werden können beispielsweise Server, Speicher, Datenbanken oder Netzwerk-Komponenten. Aber auch das Bereitstellen von Software, Analysefunktionen und intelligenter Dienste ist möglich. Eine über Cloud-Computing aufgebaute Infrastruktur bietet eine bedarfsorientierte Skalierung und eine effektive Ausführung. Ein positiver Nebeneffekt ist die mögliche Senkung der Betriebskosten.

In den frühen 70er Jahren hat die Firma Intel in der Entwicklung des Cloud Computing einen ersten Meilenstein gesetzt. Damals hat Intel die erste Serie von Mikroprozessoren auf den Markt gebracht. Der Grundstein zur Entwicklung von Computern für die breite Masse war gelegt. Nur wenige Jahre später erfolgte die Gründung von Microsoft und Apple, die als Initiatoren für den Heimcomputermarkt gelten.

Innerhalb eines Unternehmens bestand die Verbindung zwischen den Computern zu dieser Zeit über das Ethernet. Dadurch wurden die PC’s immer leistungsfähiger und es bestand die Möglichkeit, Daten zu verarbeiten. Das Ergebnis war zwar eine hohe Leistungsfähigkeit, allerdings auch verbunden mit einem hohen Wartungsaufwand.  Zumal die Systeme auch nur für einen Standort funktionieren und nicht standortübergreifend.

Mittlerweile hat das Cloud Computing viele weitere, revolutionäre Entwicklungsschritte durchlaufen:

  • In 2010 wird jeder IT-Service global und rund um die Uhr nutzbar
  • Auf dieser Basis entstanden eine Vielzahl an Cloud-Lösungen
  • Sowohl im Beruflichen als auch im Privaten ist die Cloud nicht mehr wegzudenken

Was Managed Services einem Unternehmen bieten können

Unter dem Begriff Managed Services werden wiederkehrende IT-Leistungen verstanden. Diese sind in Art, Umfang und Qualität zu Beginn zwischen Dienstleister und Kunden festzulegen. Diesen Vertrag bezeichnet man auch als ein Service-Level-Agreement. Weitere Punkte wie die Verfügbarkeiten der IT-Systeme oder aber die Reaktions- sowie Entstörzeiten bei Störungen (Incident) sollten in dieser Vereinbarung geregelt werden.

Sie wollen wissen, warum ein SLA bei der Auswahl eines Service Providers so entscheidend ist? Dann lesen Sie jetzt folgenden Beitrag!

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Managed Services umfassten zu Beginn ihrer Entwicklung primär die Überwachung von IT-Infrastrukturen aus der Ferne (remote). Dieses Dienstleistungsmodell wurde erstmals 2006 durch den IT-Berater Karl Palachuk in seinem Buch „Service Agreements for SMB Consultants: A Quick-Start Guide to Managed Services“ beschrieben. Zu Beginn war besonders das Interesse der Konzerne für diese Art von IT-Service groß. Nach und nach folgte aber auch der Mittelstand der Bewegung. Dabei umfasst das Angebot moderner Managed Service Provider mittlerweile vieles mehr, als “nur” das Monitoring von Server- und Netzwerkinfrastrukturen. Das Portfolio eines Providers kann heute ebenfalls Services rund um folgende Themen beinhalten:

  • Installation und Betreuung von Applikationen
  • Erstellung und Sicherung von Backups
  • Endpoint Security
  • Installation und Wartung der Firewall
  • Mobile Device Management
  • Printing
  • UCC
  • Digital Workplace

Wo unterscheiden sich Managed Services und Cloud Computing?

Die Bereiche Cloud Computing und Managed Services haben neben vielen Gemeinsamkeiten auch einige Unterschiede. Erst wenn man diese kennt, ist es möglich, zwischen den beiden bestehenden Möglichkeiten die Passende für das eigene Unternehmen zu finden. Kombiniert ein Dienstleister IT-Ressourcen und Dienstleistung in Form von Betriebsmodellen, handelt es sich um einen gemanagten IT-Service (Managed Service). Dabei verfolgt der Managed Service Provider das Ziel, das Anwenderunternehmen bei der Bereitstellung und dem Betrieb der IT-Services zu entlasten. Dies kann sowohl beim Kunden vor Ort (On-Premises) geschehen als auch in einer privaten oder öffentlich Cloud. Denkbar und gängige Praxis ist auch hybrides Modell (Hybrid Cloud).

Beim Cloud Computing werden zwar auch IT-Ressourcen bereitgestellt – allerdings ohne Service und immer aus einer Cloud! Dadurch sind die entstehenden Kosten für das Cloud Computing meist geringer als bei einem gemanagten IT-Service. Beim Cloud Computing besteht zudem die Möglichkeit, dass nur die Ressourcen bezahlt werden, die auch wirklich genutzt werden. Dies ist im Rahmen von Managed Services nicht immer möglich. Viele Service Provider bieten ihre Managed Services als Pauschale an. Auch verbrauchsabhängige Ressourcen werden in eine solche Pauschale zu einem fixen Preis integriert. Es gibt aber auch Anbieter, die ihre gemanagten IT-Services entsprechend der Kundenverbräuche abrechnen. Ein solches Managed-Services-Preismodell berücksichtigt also beispielsweise Verbräuche von CPU und RAM zusätzlich und stellt diese verbrauchsabhängig in Rechnung.

Zur besseren Vergleichbarkeit der Rahmenparameter haben wir die wichtigsten für Sie in einer Tabelle zusammengefasst:

BereichCloud ComputingManaged Services
Investitionskapital zu BeginnGering, da keine Gebühren zur Einrichtung anfallenHöher, da Set-Up-Gebühren anfallen (bspw. durch eine Transition)
Laufende BetriebskostenUnterschiedlich und abhängig von der Nutzung, versteckte Kosten erschweren eine PlanbarkeitDeutlich höher, aber planbar und vertraglich im Voraus festgelegt
Zeit bis zur Bereitstellung (bspw. eines neuen Servers)Wenige MinutenModerat, da der Dienstleister erst plant und testet, bevor es in den Live-Betrieb geht
Flexibilität der Bereitstellung bei unerwarteter BelastungAutomatisierte Bereitstellung benötigter Kapazitäten möglichGeringe Zeit nötig, um temporär mit weiteren Ressourcen auszuhelfen
Anforderungen an das Know-How der MitarbeitendenMitarbeitende benötigen Kenntnisse in der IT, um Betrieb zu ermöglichenJe nach Grad des Management-Levels mehr oder weniger Know-How vonnöten
Zuverlässigkeit der IT-InfrastrukturModerat bis hoch, da Verfügbarkeiten nicht garantiert sindSehr hoch und Ausfall durch SLAs schon im Vorfeld vertraglich geregelt (Wiederherstellungszeiten und Pönalen, wenn Dienstleister SLA-brüchig wird)

Cloud Computing vs. Managed Services – Was ist besser?

Die Bereiche, die Managed Services und Cloud Computing abdecken sind ähnlich, aber nicht identisch. Es ist deutlich geworden, dass sich die Bereiche Cloud Computing und Managed Services nicht ausschließen, sondern eher ergänzen. Was jetzt für das eigene Unternehmen besser ist, lässt sich pauschal nicht bestimmen. Dies ist individuell von Unternehmen zu Unternehmen zu entscheiden. Wichtig ist, dass Sie keine Entscheidung „aus dem Bauch heraus“ treffen, sondern durch Analyse des Ist- und Soll-Zustands Ihres Unternehmens eine fundierte Entscheidung treffen!

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